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Mittwoch, 09 Mai 2018 16:08

Robustes Unternehmen durch Stressplanung

Stress bezeichnet eine übermäßige Belastung, was zu einer getrübten Einschätzung führt und Handlungen beeinflusst. Auch Unternehmen können unter Stress stehen, wenn z. B. ungeplante Ereignisse eintreten, die schnelle Entscheidungen erfordern. Fehlentscheidungen sind häufig die Folge. Daher wirken sich Stressszenarien meist negativ auf Unternehmen aus. Unternehmen sollten daher eine gewisse Stresstoleranz erlernen.

Ausgangspunkt ist die Unternehmensplanung

Hierfür sollten Unternehmen einen bewussten Planungsprozess anstoßen. Innerhalb dieses Prozesses wird zuerst untersucht, mit welchen zukünftigen Ereignissen das Unternehmen möglicherweise konfrontiert ist und welche Auswirkungen diese Ereignisse auf die Unternehmensentwicklung und -ziele haben.
Um ein mögliches Abdriften von diesen Zielen zu verhindern oder von den Chancen profitieren zu können, überlegen die Planer geeignete Maßnahmen und bewerten diese anhand ihres Beitrags zur Zielerreichung. Die besten Maßnahmen beschließt die Führung dann und setzt sie in der Planung um, sodass die Ziele erreichbar werden.

Unsicherheit als Auslöser

Im Idealfall hat das Unternehmen nach dem Planungsprozess eine realistische bzw. erwartungsgetreue Planung und hat seine Unternehmenszukunft daran ausgelegt. Obwohl schon Chancen und Risiken in dieser Planung hinterlegt sind, kann es vorkommen, dass die Annahmen anders eintreffen als unterstellt – eine Stresssituation entsteht.

Verschlechterung der Planannahmen/Risikofaktoren

Deshalb sollten Unternehmen schon während des Planungsprozesses eine sog. Stressplanung initiieren. In dieser sind je nach Stressszenario die Planungsannahmen zu verschlechtern, sodass sich deren Auswirkungen auf die Unternehmenssituation simulieren lassen. Die Verschlechterung ist je nach Grad des Stressszenarios zu wählen – von gewöhnlicher zyklischer Krise bis hin zur Jahrhundertkrise.

Herangehensweise

In einem 1. Schritt sind die wesentlichen Planpositionen oder wichtigsten Risikofaktoren negativ zu verändern. Hierzu zählt in der Regel der Umsatz, Materialeinsatz oder Personalaufwand. Z. B. kann in einer Stressplanung simuliert werden, was passiert, wenn ein Großkunde abzieht oder die Konjunktur einbricht und zugleich der Materialeinkaufspreis steigt. Jedoch sollte das Stressszenario noch weiterhin plausibel und vernünftig bleiben.

Handlungsalternativen

Sobald die Anpassungen erfolgt sind, zeigen sich die Auswirkungen auf das Unternehmensergebnis, die Unternehmensliquidität und die Finanzierungsstruktur. Es verdeutlich somit, wie robust ein Unternehmen einem potenziellen Stressszenario entgegenstehen kann und ob gewisse Vorkehrungsmaßnahmen erforderlich sind.

Eine Maßnahme kann z. B. die Verbesserung des Risikodeckungskapitals sein, so z. B. die Erhöhung der Kreditlinie oder des Eigenkapitals um einen Risikopuffer. Ebenso lassen sich auch operative Maßnahmen einleiten, wie z. B. ein flexiblerer Personaleinsatz mittels Zeitkonten.

Relativierung des Stressszenarios

Dennoch handelt es sich bei einem solchen Szenario lediglich um ein Szenario unter einer Vielzahl von potenziellen Ereignissen, sodass dessen (mathematische) Eintrittswahrscheinlichkeit als gering einzustufen ist. Nichtsdestotrotz gibt dies für Unternehmen eine erste Orientierung für ein Stressszenario und lässt mögliche Handlungsalternativen entstehen.

Tipp der KANZLEI NICKERT

Aufbauend auf Ihre Unternehmensplanung sollten Sie mindestens die Umsatzerlöse und den Material- und Personaleinsatz in ein Stressszenario überführen. Als Einbruch ist die größte prozentuale Abweichung der jeweiligen Planposition der letzten 10 Jahre zu unterstellen. Alternativ können Sie aber auch den Abgang eines Großkunden als Stressszenario planen.

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[Benjamin Schilling]

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