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Mittwoch, 06 Dezember 2017 10:22

Rating als Steuerungsgröße

Die Basis der Aufnahme der Geschäftstätigkeit eines jeden Unternehmens bildet zunächst das zur Verfügung stehende Kapital – denn ohne Kapital kann kein Geschäftsbetrieb aufrechterhalten werden.


Um die zukünftige Kreditwürdigkeit/Kapitaldienstfähigkeit eines Unternehmens zu prüfen und die Finanzierungshöhe und -kosten zu bestimmen, nutzen Fremdkapitalgeber das Rating. Das Rating stellt eine komprimierte Erfolgsgröße dar, bei der sämtliche Bereiche – von der Rentabilität über die Liquidität bis hin zu qualitativen Faktoren (u. a. Management) miteinfließen.


Frühwarnindikator

Die Ratingnote ist ein Indiz für die Krisenanfälligkeit eines Unternehmens und somit ein Frühwarnindikator. Dabei sind die in die Ratingnote einfließenden Kriterien vom Unternehmen durch frühzeitiges Handeln oftmals beeinflussbar.

Ratingbeeinflussung

Vorrangig werden die Ratingnoten von Kreditinstituten berechnet. Die Beurteilungskriterien bauen meist auf Informationen aus der Vergangenheit auf (z. B. Jahresabschluss, Kontobewegungen, Branchenbedingungen). Den Ratings fehlt i.d.R. der Blick in die Zukunft. Diese Rückwärtsbetrachtung ist einer der Kritikpunkte an diesen Berechnungen.

Denn zukünftige Ereignisse sind durch Unternehmen aktiv steuerbar und wirken sich somit auf die zukünftigen Zahlen aus, die wiederum Grundlage für ein späteres Rating sind – frühzeitiges Handeln ist daher von Vorteil.

Ratingdeterminanten

Im Grundsatz ist ein Rating über 3 Faktoren steuerbar:

  • Erwartetes Ertragsniveau: Ein Rating ist abhängig von den erwarteten Erträgen, die dazu dienen, den Kapitaldienst zu erbringen.
  • Gesamtrisiko: Risiken wirken sich auf Ertrag, Liquidität und Finanzierungsstruktur aus und können diese Größen (negativ) schwanken lassen. Deshalb sind Risiken zu identifizieren, zu aggregieren und zu steuern.
  • Risikodeckungspotenzial: Dies spiegelt sich in der Eigenkapitalausstattung und der Liquiditätsreserve wieder. Es zeigt, in welcher Höhe ein Unternehmen risikobedingte Verluste oder Liquiditätsengpässe selbst decken kann.

Diese 3 Determinanten stehen in Beziehung zueinander. So wirkt ein hohes Gesamtrisiko auf die erwartete Ertragssituation, was wiederum ein höheres Risikodeckungspotenzial verlangt. Dennoch lässt sich anhand dieser 3 Faktoren ein zukünftiges Rating ableiten, was wiederum Frühaufklärungspotenzial und somit Handlungsbedarf auslöst.

Vertrauen und Glaubwürdigkeit

Neben diesen quantitativen Faktoren ist die Glaubwürdigkeit des Unternehmens ein zentraler Faktor. Denn zwischen dem Wissen des Unternehmens und dem des Ratinggebers besteht oftmals eine Asymmetrie, die es möglichst zu schließen gilt. Ansonsten neigen Bewerter zur ungünstigsten Argumentation.

Themen wie Unternehmensstrategie, -planung, -chancen und -risiken sind Bereiche, über die offen kommuniziert werden sollte. Im Gegenzug bildet dies wiederum Vertrauen zwischen Kreditinstitut und Unternehmen.

Risikoadjustierte Planung

Sämtliche Sachverhalte lassen sich in einer risikoadjustierten Planung abbilden. Neben dem Planwert (Erwartungswert) kann das Unternehmen durch Hinzunahme von Chancen/Risiken eine Bandbreite an Planwerten ermitteln. Anhand dieser kann das Chancen-/Risikopotenzial (u. a. Gesamtrisiko) und auch das Risikodeckungspotenzial abgeleitet werden.

Daher können Unternehmen diese Planung als Steuerungstool nutzen. Zudem werden Kreditinstitute bereits über Chancen und Risiken sowie deren Auswirkungen informiert und stehen im Eintrittsfall nicht unvorbereitet vor vollendeten Tatsachen.

Tipp der KANZLEI NICKERT

Solange die Verbesserung der oben genannten Einflussfaktoren auf das Rating im Fokus bleibt, gibt es etliche Maßnahmen, die zur Optimierung dienen. Grundsätzlich ist es wichtig, dass die vorgegebene Strategie im Unternehmen auch gelebt und umgesetzt wird. Die beste Strategie ist nicht hilfreich, wenn kein Vertrauen besteht und sie nicht umgesetzt wird.

Weiterführender Blogbeitrag der KANZLEI NICKERT zum Thema

[Joel Münchenbach] [Benjamin Schilling]

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