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Benjamin Schilling
Donnerstag, 13 April 2017 10:55

Interview mit Prof. Dr. Dr. Joachim Häcker zur Unternehmensplanung und Unternehmensbewertung

Prof. Dr. Dr. Joachim Häcker ist Professor für Internationale Finanzwirtschaft an der
Hochschule München und Adjunct Professor an der University of Louisville (USA) – und
stand uns für ein ausgiebiges Interview zu den Themen Financial Modeling,
Unternehmensbewertung und Unternehmensplanung zur Verfügung.


Benjamin Schilling: Herr Häcker, Sie sind für die Ausbildung zum Certified Financial
Modeler zuständig, von denen die KANZLEI NICKERT zwei beschäftig. Welchen Nutzen
stiftet diese Zertifizierung?


Prof Dr. Dr. Joachim Häcker: Es gibt viele Weiterbildungsprogramme. Sich dauerhaft
etablieren und Mehrwert liefern nur die Top-Programme – wie der Certified Financial
Modeler.


Dies bedeutet konkret: Top-Qualität (akkreditiert und zertifiziertet), Top-Reputation (weltweit
anerkannt), Global (Programm in Englisch und Deutsch in vielen Finanzzentren weltweit),
führendes Lehrbuch als Lehrgangsgrundlage (auf Englisch und Deutsch), praxisnah
(Fallstudien von Finanzexperten konzipiert), Spezialisierung (Electives ermöglichen eine
gezielte Vertiefung), Erfolgsnachweis (Prüfung bei der Deutsche Börse AG) und die
Internationale Anrechnung der Prüfungsleistungen (Erwerb von bis zu 30 ECTS).


Daher kann der Mitarbeiter der KANZLEI NICKERT seine nationale Ausbildung (z. B.
Steuerberater, Anwalt) um internationale Perspektiven erweitern.


Benjamin Schilling: Wie stehen Ihre Themengebiete des Financial Modeling im Einklang
mit den Spezialgebieten der KANZLEI NICKERT?


Prof. Dr. Dr. Joachim Häcker: Wir lehren, wie ein Modell ganzheitlich aufgebaut wird. Der
Kanzlei-Mitarbeiter versteht nach unserer Ausbildung, wie er für sein Fachgebiet ein Modell
erstellt und kann – da das Fundament für das Spezialgebiet nun solide ist – einzelne
Spezialstockwerke fachspezifisch aufbauen. Er erstellt somit sein eigenes „House of
Financial Modeling“. Diesen Ansatz lehren wir anhand von Themen, die auch bei der
KANZLEI NICKERT im Vordergrund stehen, wie z. B. die Unternehmensbewertung und die
Unternehmensplanung.


Benjamin Schilling: Der Themenbereich der Planung wird von KMU oft vernachlässigt –
weshalb sollten KMU eine Planung erstellen?


Prof. Dr. Dr. Joachim Häcker: In der Tat hört man oft von KMU, dass eine Planung unnötig
sei und nicht eingehalten werden kann. Lassen Sie mich folgendes Bild verwenden: Der
Mittelständler ist der Pilot, das Flugzeug sein Unternehmen. Das Financial Modeling ist das
Cockpit.


Fliegt das Flugzeug in eine plötzlich auftretende Schlechtwetterzone, so kann der Pilot nicht
mehr „auf Sicht“ fliegen. Mit dem Input-Sheet des Financial Models hat der Pilot den
Steuerungshebel in der Hand. Er kann z. B. Szenarien und Sensitivitäten anstoßen. Diese
helfen ihm, rationale Entscheidungen zu treffen und so wahrscheinlichkeitsgewichtet dem
Unwetter zu entkommen. Ohne die Cockpitinstrumente wäre die Absturz-(Insolvenz)gefahr
zu groß.


Benjamin Schilling: Ebenso sollten sich Unternehmen im Klaren sein, welchen Wert es
schafft und vermittelt, hierzu dient ein Geschäftsmodell. Welche Bestandteile sollten Ihrer
Ansicht nach ein Geschäftsmodell beschreiben?


Prof. Dr. Dr. Joachim Häcker: Die Worte von Heraklit sind heute so aktuell wie nie: „Alles
fließt“. Das Nutzerverhalten ändert sich sehr schnell. Ändert der Unternehmer auch sein
Geschäftsmodell? Hier kann er die Blue-Ocean-Strategie heranziehen. Dies bedeutet, dass
der Unternehmer sich nicht am aktuellen Wettbewerb orientieren sollte.


Vielmehr kann er eigene innovative Wege gehen und sich so seinen Blauen Ozean selbst
kreieren. Wichtige Bestandteile des Geschäftsmodells kommen im sog. CANVAS-Modell
zum Ausdruck: Kundensegmente, -beziehungen, Kanäle, Einnahmequellen, Wertangebote,
Schlüsselaktivitäten, -ressourcen, -partner und Kostenstruktur.


Benjamin Schilling: Die Erstellung einer Planung und eines Geschäftsmodells bedeutet
zusätzliche Arbeit. Welche Auswirkungen hat dies auf die Unternehmensrobustheit?


Prof. Dr. Dr. Joachim Häcker: Um in obigem Bild zu bleiben, hat diese Frage eine
Berechtigung, solange das Flugzeug auf dem Boden ist. Ist das Flugzeug in der Luft, ergibt
sich folgendes Bild: Financial Modeling basierte Planungsmodelle senken
Unternehmensrisiken. Diese Modelle helfen als Krisenprophylaxe und können zur
Insolvenzvermeidung (Flugzeugabsturz) beitragen.


Informationen zu Prof. Dr. Dr. Joachim Häcker


Prof. Dr. Dr. Joachim Häcker ist Professor für Internationale Finanzwirtschaft an der
Hochschule München und Adjunct Professor an der University of Louisville (USA). Ferner ist
er Direktor des Deutschen Instituts für Corporate Finance (DICF). Prof. DR. Dr. Häcker ist
insbesondere in dem Bereich Mergers & Acquisitions / (Corporate) Finance tätig. Er war
Vice President bei Rothschild in Frankfurt und London.

[Benjamin Schilling]

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