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Montag, 27 März 2017 09:08

Planungshandbuch und Planungsrichtlinie als Ausgangspunkt der Unternehmensplanung

Die Unternehmensplanung dient als Steuerungselement einer besseren Entscheidungsvorbereitung oder zur Krisenprophylaxe. Infolgedessen liefert die Unternehmensplanung einen wesentlichen Beitrag zum langfristigen und erfolgreichen Unternehmensfortbestand.

Aktuelle BARC-Studie „Integrierte Unternehmensplanung 2016“: Unternehmer sind unzufrieden mit ihrer Planung

Der Planungsprozess ist ein arbeitsteiliger Prozess, bei dem etliche Unternehmensteile und funktionen zusammenagieren. Laut der aktuellen BARC-Studie „Integrierte Unternehmensplanung 2016“ sind 58% der 214 Teilnehmer unzufrieden über den Abwicklungsprozess ihrer Planung sowie 59% über den Aufwand der Planung.

Dies ist u.a. auf unzureichende Regelungen der Zuständigkeiten und Kompetenzordnungen zurückzuführen, was über 53% der Teilnehmer bestätigen. Daher bedarf es entsprechender Lösungen, um diese Herausforderungen zu bewältigen.

Erfolgsfaktor Unternehmensplanung

Dennoch sollten sich Unternehmen aus diesen Gründen nicht von der Planerstellung abschrecken lassen. Die angesprochenen Herausforderungen sind gut zu bewältigen. Sind sie gemeistert, steht dem Unternehmen ein Ansatz zur Verfügung, bei dem der Nutzen den Aufwand deutlich übersteigt.

Planungshandbuch als wichtiger Lösungsansatz

Aufgrund des arbeitsteiligen Prozesses bzw. der arbeitsteiligen Systematik ist diese Unzufriedenheit teilweise nachvollziehbar. Damit der Planungsprozess / die Planungssystematik einwandfrei vonstattengeht, benötigen Unternehmen geregelte Planungsabläufe, Zuständigkeiten, Planungsdefinitionen und eindeutige Strukturen.

Zur Vereinfachung und klaren Regelung kann ein Planungshandbuch bzw. eine Planungsrichtlinie unterstützen. Diese Hilfestellung dient zur Grunddokumentation der grundlegenden Entscheidungen und Ansichten der Unternehmensplanung.

Bestandteile des Planungshandbuches

In einem Planungshandbuch bzw. in den Planungsrichtlinien sind vor Beginn des Planungsprozesses folgende Punkte zu regeln, wobei dies keine abschließende Auflistung ist:

  • Planungsanlass
  • Ziel der Planung
  • Herangezogener (Planungs)Standard (bspw. GoP / IDW S 1 / IDW S 6)
  • Angewandte Planungsmethode (einwertige Planung, Szenarioplanung, risikoadjustierte Planung, Monte-Carlo Simulation)
  • Planungsablauf (bspw. Top-Down-Planung, Bottom-Up-Planung)
  • Planungsstichtag
  • Planungsintervall
  • Planungsverantwortlicher
  • Planungsempfänger
  • Planungstiefe
  • Informationsgeber
  • Informationsquellen
  • Usw. wie bspw. individuelle Unternehmensbestandteile

Dokumentation zur Nachvollziehbarkeit

Das Planungshandbuch unterstützt ebenfalls bei Revisionsarbeiten, Prüfungshandlungen oder Kontrollen z. B. bei Fehlentscheidungen und einhergehenden Schadenersatzansprüchen.

Denn das Planungshandbuch ist Ausgangspunkt dafür, dass sich fremde Dritte in einer angemessenen Zeit einen Überblick über die Planungssystematik verschaffen können. In diesem Fall dient es auch zur Einarbeitung in den internen Planungsprozess und die Planungssystematik für neu einzuarbeitende Mitarbeiter.

Verbesserung der Planung – Planungstreue

Darüber hinaus vereinfacht das Planungshandbuch langfristig die Planungssystematik. Sobald die Planer im Nachgang der Planung das Handbuch um die gewonnenen Erkenntnisse (z. B. Vor-, Nachteile, Informationsquellen) überarbeiten, kann das Unternehmen im nächsten Planungsprozess leichter eine Planung erstellen.

Z. B. war vor der Planung unklar, welche Informationsquellen die Planer benötigen – nach der Planung sind die Quellen klar und können bei der nächsten Planung von Beginn an involviert werden. Folglich dient dies auch der kontinuierlichen Verbesserung der Planung, was wiederum eine höhere Planungstreue generiert. Denn die Planung beruht auf Erfahrungswissen.

Grundsatz der Stetigkeit

Ferner verfolgt ein regelmäßig genutztes Planungshandbuch den Grundsatz der Stetigkeit. Die Planung baut auf einer einheitlichen Systematik auf, sodass die jährlichen Planungen untereinander vergleichbar sind. Unternehmen können dadurch Vergangenheitsanalysen tätigen, aus vergangenen Irrtümern lernen und somit auch ihre Planungstreue verbessern.

Für die Planungsempfänger wie z. B. Kreditinstitute bedeutet dies eine bessere Vertrauensbasis. Insbesondere für Kreditinstitute sind eine Vertrauensbasis, Planungstreue und ein Erfahrungsschatz wichtig. Daher begrüßen sie in vielen Fällen gerne Planungsplausibilisierungen von erfahrenen Beratern.

Tipp der KANZLEI NICKERT

Erstellen Sie vor Beginn der Planung ein Planungshandbuch. Dies hilft Ihnen bei der Dokumentation und vereinfacht den eigentlichen Planungsprozess. Wenn Sie sich im Vorfeld Gedanken über den Planungsablauf machen, können Sie während des Planungsprozesses schneller, effektiver und effizienter arbeiten. Es ist für Sie eine Art Anleitung für die Planungssystematik, sodass Sie Erfahrungswissen aufbauen.

Unterstützen kann hierbei auch eine Plausibilisierung der Planung von erfahrenen fremden Dritten. Sie können dadurch Erfahrungswissen aufbauen und zudem eine noch solidere Unternehmensplanung erstellen.

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[Benjamin Schilling]

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