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Donnerstag, 09 März 2017 17:06

Unternehmensplanung: Ein Muss für jedes Unternehmen

Das Ziel der Unternehmensplanung ist es, einen Prozess einzurichten, der es dem Management erlaubt, permanent nach vorne zu schauen. Hierdurch werden sämtliche Informationen zur Verfügung gestellt, die erforderlich sind, um die richtigen Entscheidungen zu treffen und damit das Potenzial des Unternehmens zu maximieren.

Unternehmensplanung bedeutet vorbereitet zu sein auf die Zukunft

Letztlich geht es darum, durch Unternehmensplanung besser für die Zukunft vorbereitet zu sein.

Im Rahmen der Unternehmensplanung stellt sich nicht nur die Frage, was die künftigen Ergebnisse sein werden, sondern ob und in welchem Umfang diese künftigen Ergebnisse risikobehaftet sind. Es geht also namentlich auch um eine mögliche Abweichung vom Planungswert.

Entscheidungen zu treffen ist eine Frage der Informationen. Ohne Informationen können lediglich Bauchentscheidungen getroffen werden. Informationen liegen in zweierlei Hinsicht vor: Informationen über die Vergangenheit und Informationen über die Zukunft. Beide Informationen werden in der Unternehmensplanung zur Entscheidungsvorbereitung verdichtet.

Probleme der Planerstellung

Das tatsächliche Problem der Unternehmensplanung in Unternehmen ist, dass die Planungs-Instrumentarien oft versagen. Die Planungen werden zu spät erstellt, sind zu wenig informativ und vor allem nicht verlässlich genug.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass schlechte Planungen schlimmer sind als überhaupt keine Planungen. Denn schlechte Planungen verleiten dazu, auf Basis falscher Informationsgrundlage Entscheidungen zu treffen. Ohne eine Planung besteht immer noch die Möglichkeit, dass die Bauchentscheidung richtig ausfallen wird.

Kriterien einer guten Planung

Nun stellt sich aber die Frage, wie eine gute Planung aussehen soll? Wie weit soll die Planung nach vorne erreichen? Was ist der beste Weg, um eine Planung aufzustellen? Wie detailliert soll die Planung sein? Wie überprüft man, ob die Planung den gewünschten Nutzen stiftet? Wie geht man mit der Unsicherheit im Rahmen der Unternehmensplanung um?

Klar ist, dass allein das Fortschreiben von Daten der Vergangenheit (Trendextrapolation) nicht ausreichend ist. Letztlich geht es darum, das Unternehmen in die Zukunft zu führen. Das ist der Job des Managements. Würde alles so weitergehen wie in der Vergangenheit, wäre das Management obsolet.

Die Planung als Kernaufgabe des Managements

Dabei ist die Beschäftigung mit der Zukunft die Kernaufgabe des Managements. Sie kann und darf zu keinem Zeitpunkt delegiert werden.

In der jetzigen Zeit ist die Besonderheit zu berücksichtigen, dass Veränderungen immer schneller um sich greifen. Zum Teil verändern sich die Rahmenumstände in schwindelerregender Geschwindigkeit. Dies geht einher mit den Chancen und Risiken, denen sich das Unternehmen ausgesetzt sieht.

Soweit man aber die Risiken nicht vermeiden kann, ist erforderlich, diese rechtzeitig zu antizipieren. Auch und gerade dafür ist die Unternehmensplanung gemacht.

Ohne eine solche Planung ist das Unternehmen dem Schicksal der kurzfristigen Veränderungen der Umstände schlicht und ergreifend ausgeliefert.

Unternehmensplanung teilweise juristisch geboten

Auch aus juristischer Sicht ist es sinnvoll zu planen, wenn nicht sogar zwingend geboten. Bei der Aktiengesellschaft ist dies vom Gesetzgeber vorgesehen. Bei Unternehmen, die ein Früherkennungssystem vorhalten müssen (analog § 91 Abs. 2 AktG; i. d. R. prüfungspflichtige Gesellschaften), muss ebenfalls geplant werden, um den Gesamtrisikoumfang in der Planung aggregieren zu können.

Weiter wird vertreten, dass es den Grundsätzen fremdnütziger Sachwaltung entspricht, zu planen. Abschließend ist bei ertragsschwachen Unternehmen die Planung angezeigt, um einerseits die Fortführungsprämisse bei der Bilanzierung zu dokumentieren und gleichzeitig etwaige Insolvenzgründe im Rahmen der permanenten Selbstprüfungspflicht zu überwachen.

Für die Unternehmensbewertung ist aber anerkannt, dass bei Sonderplanungen, die ausschließlich zu Bewertungszwecken außerhalb des Planungsprozesses erstellt werden, eine kritische Sichtweise angesagt ist, OLG Düsseldorf vom 12.11.2015 - I-26 W 9/14 (AktE), OLG Karlsruhe vom 18.5.2016 - 12a W 2/15. Gutachterliche Anpassungen, die ausschließlich zu Bewertungszwecken erfolgen, genügen dafür grundsätzlich nicht.

Es spricht vieles dafür, diese Grundsätze auch auf andere Planungsfälle zu übertragen.

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nico testCornelius Nickert

Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Insolvenz- und Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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