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Montag, 06 Juni 2016 07:25

Die Unternehmensplanung als Insolvenzprophylaxe

2015 veröffentlichte der Kreditschutzverband 1870 eine Studie zu den wesentlichsten Insolvenzursachen bei Unternehmen. Untersucht wurden rund 2.829 Insolvenzverfahren. Dabei ist bei 41 % der Insolvenzverfahren die Ursache auf eine fehlende Unternehmensplanung zurückzuführen.

Zugleich ist dies der Hauptgrund. Ebenfalls kommt die vorherige Untersuchung aus dem Jahr 2013 zu ähnlichen Werten.

Fehlende Unternehmensplanung als „Dauerbrenner“

Die fehlende Unternehmensplanung ist schon seit etlichen Jahren die wesentlichste Ursache. Denn auch in der Untersuchung der Euler Hermes Versicherung aus dem Jahr 2006, sahen rund 79 % der 125 Insolvenzverwalter ein fehlendes Controlling insbesondere eine fehlende Unternehmensplanung als Haupttreiber einer Insolvenz.

Daher ist es für Unternehmen essenziell, eine Unternehmensplanung zu erstellen. Allerdings tätigen immer noch etliche KMU keine Unternehmensplanung. Vielfach wird die Unternehmensplanung von den Unternehmen durch den Zukunftsbezug – den unsicheren Einflussfaktoren und Informationen – als vages und unverlässliches Unternehmensinstrument abgestraft oder nur mangelhaft ausgeführt. Aber gerade aufgrund dieser Unsicherheit ist es äußerst wichtig und empfehlenswert eine Unternehmensplanung zu erstellen.

Unternehmensplanung als Entscheidungsvorbereitung

Durch die Erstellung einer Unternehmensplanung setzt sich das Unternehmen frühzeitig mit der zukünftigen Umwelt- und Unternehmensentwicklung sowie den damit verbundenen Chancen/Stärken und Risiken/Schwächen auseinander. Somit erhält das Unternehmen eine Einschätzung über die zukünftige Unternehmenssituation und verringert die Unsicherheit.

Dabei sollte ein Unternehmen wie folgt vorgehen: Auf Grundlage der aktuellen Unternehmenssituation bestimmt das Unternehmen zuerst die zukünftigen Unternehmensziele, z.B. Umsatzsteigerung um 10 %. Daraufhin untersucht das Unternehmen, welche Ereignisse diese Zielerreichung gefährden oder erleichtern können; also welchen Chancen und Risiken das Unternehmen in Zukunft ausgesetzt ist.

In diesem Zusammenhang ist noch zu klären in welchem Umfang diese Ereignisse sich auf die Zielerreichung auswirken. Nun erarbeitet ein Unternehmen Handlungsalternativen, welche es benötigt, um die Ziele zu erreichen; z.B. Einstellung eines neuen Vertriebsmitarbeiters damit mehr Umsatz generiert wird.

Nutzen der Unternehmensplanung

Da das Unternehmen sich frühzeitig mit der zukünftigen Entwicklung, mit potenziellen Handlungsalternativen und deren Auswirkungen strukturiert auseinandergesetzt hat, besteht eine aussagekräftige Entscheidungsbasis. Im Umkehrschluss verringern sich dadurch Fehlentscheidungen. Sobald Unternehmen weniger Fehlentscheidungen treffen, resultiert daraus eine geringere Krisenanfälligkeit und daher eine niedrigere Insolvenzgefahr.

Schlussendlich ist eine strukturierte und ordentliche Unternehmensplanung ein wesentlicher Teil der Entscheidungsvorbereitung und leistet einen Beitrag zur Sicherung des Unternehmenserfolgs/-existenz.

Tipp der KANZLEI NICKERT

  • Erstellen Sie regelmäßig eine Unternehmensplanung damit Sie frühzeitig erkennen, in welche Richtung sich das Unternehmen sowie die Unternehmensumwelt entwickelt.
  • Veranlassen Sie auf Grundlage dieser Erkenntnis die nötigen Handlungsalternativen.
  • Sobald Sie zum ersten Mal eine Unternehmensplanung erstellen, fokussieren Sie sich auf die wesentlichsten Einflussfaktoren.
  • Damit eine Unternehmensplanung ihre vollständige Wirkung entfalten kann, sollte sie unterjährig „gelebt“ werden; d.h. das Unternehmen sollte die Planung nicht nur erstellen, sondern diese auch während dem Jahr mit der Ist-Situation vergleichen. Dadurch kann das Unternehmen zeitnah auf drastische Veränderung eingreifen.
  • Mit einer strukturierten Herangehensweise können Sie die einzelnen Bestandteile der Unternehmensplanung erarbeiten, sodass eine aussagekräftige Planung entsteht.
  • Durch eine Unternehmensplanung fällt es Ihnen auch leichter unterjährig Entscheidungen zu fällen, da Sie die Entscheidungsauswirkung auf die bisher geplante Unternehmensentwicklung transferieren   können.
  • Eine Unternehmensplanung hilft Ihnen auch, die gesteckten Ziele zu erreichen. Denn bei schriftlich fixierten Zielen ist ein größerer Zielerreichungswille vorhanden.

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[Benjamin Schilling]

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