Kanzlei Nickert //images.kanzleinickert.de/nickert-logo-fb.jpg KANZLEI NICKERT | Rechtsanwälte und Steuerberater, Offenburg, kompetent in Rechts-, Steuerberatung, Finanz-, Lohnbuchhaltung, spezialisiert auf Branchen Bau, Handel und Industrie. info@kanzlei-nickert.de
Rammersweierstraße 120 77654 Offenburg

kanzlei nickert logo

Mittwoch, 20 April 2016 13:51

Produktionssteuerung im Industriebetrieb

Die Produktion – Kernstück eines jeden Industriebetriebs. Leider orientieren sich Unternehmen hier zu selten am Kunden, weisen hohe Durchlaufzeiten auf oder besitzen unkoordinierte Prozesse. Es haben sich mittlerweile etliche Lösungsansätze etabliert, um die Produktion schlanker und effizienter zu gestalten. Dem Musterunternehmen Porsche gelang es, die Fertigungszeit des 911er innerhalb von 20 Jahren um 70 % zu senken. Folglich stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten bestehen?

Im ersten Schritt sollte sich ein Unternehmen verstärkt auf den Kunden ausrichten. Dabei liegt der Fokus nicht darauf, mit einem hohen Lagerbestand eine gute Lieferbereitschaft zu vermitteln, sondern durch geringe Durchlaufzeiten schnell auf Wünsche reagieren zu können. Dies funktioniert, indem Unternehmen Arbeitsschritte inspizieren und überlegen, für welche Schritte der Kunde bereit ist zu zahlen. Die in diese Kategorie fallenden Schritte bezeichnet man als wertschöpfende Tätigkeiten. Alle anderen Tätigkeiten dagegen als nicht wertschöpfende Tätigkeiten bzw. als Verschwendung. Diese sind demnach zu reduzieren oder zu eliminieren.

Verschwendung

Meistens treten die Verschwendungen in folgenden Formen auf: unnötiger Produkttransport, lange Warte- oder Wegzeiten zwischen Arbeitsschritten,
Mehrarbeit bedingt durch Fehler, nutzlose Flächen, Überproduktion und hohe Bestände. Insbesondere Letzteres ist fatal.

Bestände repräsentieren eine vermeintliche Sicherheit, sodass Probleme nicht zum Vorschein kommen. Demzufolge ist eine Bestandsverringerung sinnvoll. Dadurch kristallisieren sich schnell Engpässe bzw. Probleme heraus – wodurch zeitnahe Verbesserungen initiiert werden können. Infolge der  Schwachstellenbehebung lässt sich eine Produktion mit niedrigen Beständen umsetzten, was wiederum Verschwendung minimiert.

Koordinierte Prozesse

Ein weiterer Ansatz ergibt sich durch Prozessdenken. Hierbei verabschiedet sich die Produktion vom Arbeiten in Arbeitsinseln mit großen Losgrößen sowie Zwischenlagern und entwickelt sich zu einem prozessorientierten Handeln mit kleineren Losgrößen und ohne wesentliche Zwischenlager. Dies setzt defi-nierbare, aufeinanderfolgende Arbeitsschritte voraus, die (räumlich) aneinander gekoppelt werden. Harmonisiert das Unternehmen zusätzlich die Arbeitsinhalte, sodass ein gleiches zeitliches Arbeitspensum je Schritt besteht, können Mitarbeiter Produkte, ohne diese zwischenzulagern, weitergeben. Infolgedessen senken sich Durchlaufzeiten und die Losgrößenbildung entfällt.

Ordnung muss sein

Auch kleinere Veränderungen, wie ein aufgeräumter Arbeitsplatz, wirken oft Wunder. Zuerst werden alle unnötigen Gegenstände vom Arbeitsplatz entfernt, die verbleibenden gesäubert. Danach entstehen für alle Gegenstände standardisierte Plätze, was Unübersichtlichkeit sowie unnötiges Suchen entfallen lässt.

Allerdings entfaltet jeder Ansatz nur seine Wirkung, solange sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmensführung den Sinn verstehen, die Veränderung akzeptieren und positiv mitwirken.

Tipp der KANZLEI NICKERT

Damit Sie Ihre Mitarbeiter für Veränderungen begeistern können, binden Sie diese frühzeitig ein, setzen Sie i.d.R. nur kleinere Anpassungen um und  erar-beiten Sie die Ansätze am Ort des Geschehens. Das sensibilisiert für das Problem und zeigt Ihr Interesse an der Produktion.

In diesem Zusammenhang ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter auch, regelmäßig Verbesserungsvorschläge einzureichen. Die Mitarbeiter kennen aufgrund der täglichen Arbeit oft Schwachstellen und Lösungsansätze. Respektieren Sie daher ihre Ideen und versuchen Sie, diese zeitnah umzusetzen oder Gründe für die Nichtumsetzung mitzuteilen.

[Autor: Benjamin Schilling]

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

Alle Angaben sind sorgfältig geprüft. Durch Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verordnungen sowie Zeitablauf ergeben sich zwangsläufig Änderungen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts keine Haftung übernehmen.

 

Die von uns verwendeten Cookies sollen sicherstellen, dass Sie unsere Website optimal genießen können.
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Nutzung dieser Cookies einverstanden. Weitere Informationen zum Datenschutz