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Donnerstag, 15 Oktober 2015 16:15

Vermögensschutz bei Familienunternehmen - Asset Protection

Aktuell geht es der Wirtschaft sehr gut. Die mittelständischen Familienunternehmen weisen eine sehr gute Ertragskraft und in der Regel eine sehr gute Liquiditätsausstattung aus. Die Kredithürden bei den Banken sind gering, sodass derzeit sehr gute Erfolgsaussichten bestehen.

Gleichzeitig haben sich die Zinsen an den Kapitalmärkten deutlich nach unten bewegt. In der Folge sind hohe Unternehmenswerte entstanden, die es für die Familien zu konservieren gilt.

Genau damit beschäftigt sich das Thema Vermögensschutz im Familienunternehmen bzw. Asset-Protection. Will man das Unternehmen schützen, muss zunächst einmal abgeklärt werden, was man unter dem Vermögen versteht. Dies kann ein einzelnes Unternehmen (ein Rechtsträger), eine Unternehmensgruppe oder auch eine Mischung von Unternehmensvermögen und von im Privatvermögen gehaltenen Vermögen sein. Insbesondere letzteres ist im Fall der sog. Betriebsaufspaltung regelmäßig der Fall. Bei der Betriebsaufspaltung steht die Immobilie im Eigentum des Gesellschafters des Unternehmens und wird an das Unternehmen vermietet.

Hat man eine solche Unternehmenseinheit oder Unternehmensgesamtheit ermittelt, wird untersucht, wo Gefährdungspotenziale bestehen, die die Unternehmenseinheit nachhaltig schädigen könnten. Dies können interne oder externe Risikofelder sein. Es können aber auch Risiken aus dem Privatbereich sein, die auf das Unternehmen durchschlagen (Todesfall, Scheidung mit Zugewinnausgleich).

Die aufgrund der Analyse ermittelten Risiken werden wie beim Risikomanagement auch tabellarisch erfasst, mit ihrer Schadensursache im Risikofall versehen, der Wahrscheinlichkeit des Risikoeintritts. Sodann empfiehlt es sich, das Maximalrisiko im Schadensfall abzuschätzen und zudem die Wahrscheinlichkeit des Risikoeintritts abzuschätzen. Aus dem Produkt dieser beiden Zahlen ergibt sich dann der sog. Erwartungswert. Wird dies für alle Gefährdungspositionen durchgeführt, ergibt sich gleichzeitig eine Priorisierung der Risikofelder.

Auf dieser Basis kann dann an einer Risikoabsicherung oder Risikovermeidungsstrategie gearbeitet werden.

Ziel ist es, dass dann eine "Firewall" um das Unternehmen gezogen wird. Aus der Troja-Sage kennen wir die Risiken, wenn ein Eindringling den äußeren Verteidigungsring überwunden hat. Daher kann es für Unternehmen wichtig sein, innerhalb des äußeren Verteidigungsrings noch weitere Schutzmechanismen aufzubauen, wenn z.B. im Fall der Insolvenz das Risiko droht, dass wesentliche Vermögensgegenstände entzogen oder Werte vernichtet werden.

Ziel ist es, eine Unternehmensgruppe so zu strukturieren, dass Sie auch im Fall der Insolvenz der operativ tätigen Gesellschaft erstens eine Fortführungslösung umsetzen kann und zweitens die Insolvenz nicht auf weitere Vermögensbestandteile oder andere Gesellschaften durchschlägt. Bildlich gesprochen geht es darum, den operativen Betrieb auf die Quarantänestation zu legen, damit im Fall der Infektion die weiteren Bestandteile nicht gefährdet werden.

Derartige Strukturen können in der Krise regelmäßig nicht mehr geschaffen werden, da sie dann praktisch immer der sog. Insolvenzanfechtung unterliegen. Es handelt sich also um Gestaltungsansätze, die gerade in guten Zeiten umzusetzen sind. Letztlich geht es dabei also um das Risikomanagement für das Familienunternehmen, das aber über den klassischen Risikomanagementansatz hinausgeht und den Privatbereich der Familie, jedenfalls soweit es das Unternehmen unmittelbar betrifft, mit einbezieht.

Tipp der KANZLEI NICKERT

  • Handeln Sie frühzeitig – je früher Sie beginnen, desto größer ist der Handlungsspielraum. In der Krise ist es in aller Regel zu spät.
  • Bauen sie eine strategische Planung auf und optimieren Sie diesbezüglich Ihre Strukturen.
  • Trennen Sie Träger von Vermögen und Risiken.
  • Dokumentieren sie sorgfältig, was weshalb gemacht wurde und ermitteln Sie bei Übertragungen die Werte der übertragenen Güter.

Weiterführende Links:

Seminare Asset Protection

Insolvenzanfechtung Glossar

Autoreninfo

nico testCornelius Nickert

Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Insolvenz- und Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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