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Dienstag, 05 August 2014 10:24

Berücksichtigung von Unsicherheiten bei der Unternehmensplanung

Die Definitionen des Planungsbegriffs sind vielfältig und zahlreich. Alle verbindet, dass unter Planung ein systematisches, Zukunft bezogenes Durchdenken und Festlegen von Zielen, Maßnahmen, Mitteln und Wegen zur künftigen Zielerreichung, zu verstehen ist.

Zukünftige Prognosen, die zwangsläufig unvorhersehbar sind, sind jedoch mit Unsicherheit verbunden.Werden diese Unsicherheiten in der Planung nicht beachtet, können intransparente und ungenaue Planungen entstehen, die keinen adäquaten Umfang von Chancen und Risiken aufzeigen.

Um eine aussagefähige und entscheidungsrelevante Planung erstellen zu können, benötigt es im Unternehmen Vorkehrungen, um die Unsicherheiten zu quantifizieren und berücksichtigen zu können.

In den meisten angewandten Planverfahren wird eine erwartungsuntreue Planung durchgeführt. Der Grund dafür liegt nicht nur in den methodischen Defiziten, sondern auch an gewissen „Denkfehlern".

Häufig werden zu konservative Planungen für eine leichte Zielerreichung oder auch zu anspruchsvolle Planungen für eine anspornende Zielerreichung vorgegeben. Allerdings stellen diese keine „realistischen" Planungen dar, wodurch keine relevanten Prognosen erstellt werden können.

Die methodischen Defizite entstehen meist dadurch, dass bei traditionellen Planwerten lediglich der am wahrscheinlichsten eintreffende Wert angenommen wird. Damit würden gewisse Ereignisse jedoch unberücksichtigt bleiben, obwohl die Möglichkeit besteht, dass diese eintreten. Somit sollten die Unternehmen stets eine erwartungstreue Planung erstellen, die auf einer Verbindung zwischen dem Erwartungswert und einer Streuung der Planwerte beruht.

Erwartungswert als zentraler Planwert

Als zentraler Planwert sollte bei dieser Planung stets der Erwartungswert einfließen. Unter dem Erwartungswert versteht man denjenigen Wert, der „im Durchschnitt" erreicht wird. Darüber hinaus benötigt es noch eine Bandbreite der Planwerte, bei der alle potenziell eintreffenden Chancen und Risiken unter der Wahrscheinlichkeitsverteilung mit einfließen, d.h. eine Schwankungsbreite der Werte, die durch eine Ober- und Untergrenze festgelegt werden.

Die erwartungstreuen Planwerte lassen sich ermitteln, indem eine Vielzahl von möglichen Planszenarien tausendfach simuliert und aus den daraus resultierenden Ergebnissen anhand statistischer Verfahren die Planwerte abgeleitet werden.

Diese Planungssimulationen werden heutzutage i.d.R. mit einer (Software gestützten) Monte-Carlo-Simulation generiert, was eine Vereinfachung und zugleich detailliertere Simulation, bei der auch die Korrelation der verschiedenen Risiken untereinander, berücksichtigt werden, ermöglicht.

Grundlage der Planungssimulation stellen Vergangenheitszahlen und plausible Planzahlen dar. Bei der Simulation werden mit Hilfe von Zufallszahlen und auf Basis eines vorgegebenen Verteilungsgesetzes tausende zufällige Szenarien durchgespielt und nach jedem Szenario die Ergebnisse der Positionen ermittelt und gespeichert. Die ermittelten Werte werden dann mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten für die Berechnung der Zielgröße hinzugezogen.

Als „Endergebnis" erhält man danach die relative Wahrscheinlichkeitsverteilung bzw. ein „Risikoprofil" der Planpositionen und kann so die Erwartungswerte sowie die Steuerungsbänder der Planungspositionen ableiten.

Solch eine erwartungstreue Planung geht mit dem Risikomanagement im Unternehmen einher. Denn durch die Angaben einer Schwankungsbreite der Planwerte ist erst ersichtlich, inwieweit durch bestimmte Chancen und Risiken mögliche Abweichungen entstehen und wie sich solche auf das Ergebnis im Unternehmen auswirken können.

[Joel Münchenbach]

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