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Montag, 29 April 2013 17:47

Magazin: Interview mit Prof. Alfred Isele

Matthias Kühne: Sehr geehrter Herr Professor Isele, wie schätzen Sie den Zustand der regionalen Industrie ein?

Prof. Isele: Die Industrie im Südwesten ist ein Aushängeschild für die Region. Wir haben hier viele innovative Industrieunternehmen. Die Innovationsfähigkeit der Unternehmen und die Qualität der Produkte schaffen in vielen Bereichen immer noch einen Wettbewerbsvorteil im globalen Wettbewerb. Es ist für mich immer wieder beeindruckend, wenn ich im Rahmen meiner Tätigkeit an der Hochschule immer wieder neue Unternehmen kennen lernen darf. Gerade in den Familienunternehmen (unseren KMUs) schlägt das Herz der Industrie.

Matthias Kühne: Wo liegen Ihrer Meinung nach die Stärken dieser Unternehmen?

Prof. Isele: Vor allem im technologischen Bereich hat sich in den Unternehmen gerade in den letzten Jahren sehr viel getan. Durch harte Arbeit, Kontinuität und dem Streben nach Fortschritt haben sich die Unternehmen einen reichhaltigen Fundus an technischem Know-how geschaffen. Obwohl die Internationalisierung (Indien, China) auch neue Konkurrenzsituationen geschafft hat, haben sich diese Unternehmen oft behaupten können. Die Qualität wird nicht nur regional, sondern auch international geschätzt. Eine bessere Auszeichnung könnte sich die hiesige Industrie nicht verdienen.

Matthias Kühne: Wie sehen Sie die Zukunft der regionalen Industrie?

Prof. Isele: Die Frage kann sicherlich nicht für alle Unternehmen gleich beantwortet werden. Sicherlich werden die technologischen Marktführer positiv in die Zukunft blicken können. Voraussetzung ist, dass sie ihre Innovationskraft erhalten oder sogar noch ausbauen. Beispiele wären hier neue Werkstoffe, Fügetechnologien oder in der Anwendung der Elektromobilität. Diese Unternehmen werden auch weiterhin für gut ausgebildete Mitarbeiter interessant bleiben. Dieser Aspekt wird für den Erfolg der Unternehmen immer wichtiger werden. Andererseits sehe ich durchaus Unternehmen, die es aufgrund ihres Geschäftsmodells schwer haben werden, zukünftig erfolgreich am Markt zu existieren. Für diese Unternehmen ist es erforderlich, dass sich die Führungsebene bewusst mit den Unternehmensstrategien auseinandersetzt und die erforderlichen Maßnahmen einleitet, z. B. neben der oft vorhandenen Lohnfertigung sich in Richtung Komponentenfertiger entwickeln oder sogar ein Eigenprodukt zu entwickeln. Auf diesem Weg könnte die Hochschule Offenburg vielfältige Unterstützung anbieten.

Matthias Kühne: Was ist für Sie der Schlüssel für eine wettbewerbsfähige Unternehmensführung?

Prof. Isele: Ich denke, dass das Unternehmen ganzheitlich betrachtet und geführt werden sollte. Der technologische Fortschritt und dessen erfolgreiche Umsetzung wird sicherlich einer der Hauptschlüsselfaktoren der Zukunft bleiben. Obwohl die Unternehmen generell sehr gut geführt sind, sehe ich noch Potential bei der Verzahnung von Produktionsprozessen mit der betriebswirtschaftlich orientierten Unternehmensführung. Die Erarbeitung übergreifender Kennzahlensysteme ist hierfür beispielsweise ein Punkt. Ziel ist es hier, aus der vorhandenen Zahlenflut ein komprimiertes und aussagekräftiges Steuerungssystem zu entwickeln.

Matthias Kühne: Welche Konsequenzen hat das für die Beratung industrieller Unternehmen?

Prof. Isele: Die Problematik der KMU besteht sicherlich darin, dass diese nicht in allen Bereichen kostenintensives Spezial-Know-how vorhalten können. Die Beratung muss sich deshalb aus meiner Sicht auf die Engpässe konzentrieren. Die Inanspruchnahme einer hochqualifizierten Beratungsleistung ist für die KMU eine Unterstützung mit dem Ziel einer Problemlösung, die nicht oder nicht unter Berücksichtigung sämtlicher Aspekte durch das Unternehmen selbst abgebildet werden kann, beispielsweise in den Bereichen Unternehmensführung, Personalführung und -entwicklung, Finanzierung, technologische Entwicklungen und Unternehmenssteuerung. Gerade im Bereich der KMU ist es wichtig, dass die Beratungsleistung auf eine schnelle Umsetzung zielt und die Ergebnisse rasch sichtbar werden. Eine hochqualifizierte Beratung ist aus Unternehmenssicht letztlich eine Investition in eine Problemlösung und in die Fortentwicklung des Unternehmens mit dem Ziel, durch den erlangten Nutzen eine möglichst rasche Amortisation des Aufwandes zu erlangen. Dies setzt voraus, dass von Beraterseite die Probleme und deren Kern verstanden werden und aufgrund der Qualifikation und der Branchenerfahrung lösungsorientierte Hilfestellungen angeboten und mit dem Unternehmen ergebnisorientiert umgesetzt werden.

Den Ansatz, industrielle Unternehmen umfassend unter Einbeziehung eines Netzwerkes zu beraten, werte ich aus Sicht der Unternehmen deshalb für sehr gewinnbringend.

„Die Innovationsfähigkeit der Unternehmen und die Qualität der Produkte schaffen in vielen Bereichen immer noch einen Wettbewerbsvorteil im globalen Wettbewerb.

[Matthias Kühne]

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