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Mittwoch, 27 November 2013 13:13

Magazin: Maschinenstundensatz

Die Maschinenstundensatzrechnung sollte dann eingesetzt werden, wenn Bauunternehmen bzw. Handwerksbetriebe angemessene Angebotspreise ermitteln wollen. Dies wird sich im Ergebnis sowohl auf den Angebotserfolg als auch auf den Gewinn positiv auswirken.  

Sachgerechte Kalkulation durch Maschinenstundensatzrechnung

Kleine und mittelständische Bauunternehmen oder Handwerksbetriebe verwenden häufig als Basis für die Kalkulation der Betriebskosten die Arbeitsstunden der Mitarbeiter und die Materialkosten. Dies bedingt hohe Fertigungsstundensätze, insbesondere bei maschinenintensiven Aufträgen. Eine verursachungsgerechte Kostenzurechnung der Aufträge ist damit nicht mehr möglich.

Eine Lösung bietet die Maschinenstundensatzrechnung. Diese ermöglicht eine „gerechte" Kalkulation, denn für Arbeitsstunden und Maschinenstunden werden verschiedene Kostensätze gebildet.

Berücksichtigung der Maschinenkosten in der Kalkulation

Das Prinzip lautet: Die Kosten sollen dem Auftrag, der sie verursacht hat, zugerechnet werden. Vielfach werden aber sämtliche Kosten gleichmäßig aufgrund einer einzigen Kalkulationsbasis (häufig die Lohnstunden) verteilt. Dies wirkt sich besonders nachteilig aus, wenn der handwerkliche Teil der Tätigkeit im Vergleich zur Maschinennutzung in den Hintergrund tritt. Gerade in der Baubranche stellen die Maschinen einen hohen Kostenfaktor dar (Einsatz der LKWs, Bagger, etc.).

Verrechnet man trotz intensiven Maschineneinsatzes die Kosten der Maschinen pauschal über die Lohnstunden, führt dies zu überhöhten Lohnstundensätzen und die Kalkulation würde so zu falschen Entscheidungen verleiten. Dies verdeutlicht folgender Vergleich:

Bei der Kalkulation von Aufträgen mit hohem Maschineneinsatz und geringem Mitarbeiterstundenanteil würden die hohen Maschinenkosten in der Kalkulation ausschließlich über den Stundenlohn berücksichtigt. Der Angebotspreis wäre demzufolge niedriger als die tatsächlichen Kosten. Die Chancen, den Auftrag zu erhalten sind in diesem Fall hoch – die Wahrscheinlichkeit aber, kostendeckend zu arbeiten, niedrig.

Bei einer Kalkulation mit einem geringen Maschinenanteil aber einem hohen Mitarbeiterstundenanteil wäre der Stundenlohn mit hohen Maschinenkosten belastet. Die Maschinen wären aber bei diesem Auftrag nicht in dem Maße zum Einsatz gekommen. Der Angebotspreis wäre demzufolge zu hoch und die Chance, einen tatsächlich lukrativen Auftrag zu erhalten, niedrig.

Kalkulation mit Maschinenkosten

Die Maschinenstundensätze verändern sich im Verhältnis zur Laufzeit der Maschinen. Bei einem hohen Fixkostenanteil für die Betriebsbereitschaft der Maschine (z. B. bedingt durch Finanzierungszinsen oder der Abschreibung) ändert sich der Stundensatz bei einer unterschiedlichen Auslastung ganz erheblich. Dies gilt selbst dann, wenn die Kosten ansonsten unverändert bleiben: Er sinkt bei höherer und steigt bei geringerer Auslastung.

Für die Berechnung der Maschinenstundensätze ist es daher zwingend erforderlich, in fixe Kosten und variable Kosten (z. B. Umrüstung, Wartung, Energieverbrauch) zu unterscheiden.

Um den Kostensatz pro Stunde oder Minute zu berechnen, muss die jährliche Maschinenlaufzeit allerdings bekannt sein (Erfahrung Vergangenheit) bzw. – noch besser – aus der Planung ableitbar sein.

Auch wenn im Unternehmen mit einer Vielzahl von kleineren Geräten und nicht mit Großgeräten oder Maschinen gearbeitet wird, kann die Maschinenstundensatzrechnung vorteilhaft eingesetzt werden. Die Maschinen, die für bestimmte Aufträge gemeinsam genutzt werden, können dann zu einer Maschinengruppe zusammengefasst und der Maschinenstundensatz errechnet werden.

 

[Frank Lienhard, Sebastian Broß & Carmen Kruß]

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