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Dienstag, 26 November 2013 13:15

Magzin: EVA – Economic-Value-Added

Die Frage nach der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts hat in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Den Unternehmenswert kontinuierlich zu erhöhen, sollte eine der obersten Prioritäten der Unternehmensführung darstellen. Zusammenfassend wird unter dem Economic-Value-Added jener Teil des Gesamtgewinns verstanden, der die Kosten des eingesetzten Kapitals (sowohl für Fremd- als auch für Eigenkapital) übersteigt.   Wertorientierte Unternehmenssteuerung bzw. -führung

Die wertorientierte Unternehmensführung stellt den Unternehmenswert als Erfolgsmaßstab in den Mittelpunkt des unternehmerischen Zielsystems. Die Schaffung eines steigenden Unternehmenswerts resultiert nicht nur aus den Anforderungen der Eigentümer, sondern ebenso aus denen der Fremdkapitalgeber.

Die wertorientierte Unternehmensführung orientiert sich somit nicht einseitig an der Zielsetzung einzelner Anspruchsgruppen. Im Gegensatz zu anderen Methoden, die sich primär an den Interessen der Eigentümer/Anteilseigner (sog. Shareholder) orientieren, versucht die wertorientierte Unternehmensführung einen Interessensausgleich zwischen Kunden, Banken, Mitarbeitern, Lieferanten (sog. Stakeholder) sowie den Eigentümern/Anteilseignern und den Organisationsmitgliedern herzustellen.

Der Grundgedanke der wertorientierten Unternehmensführungskonzepte liegt in der Gegenüberstellung von dem erwirtschafteten Ertrag und den Kapitalkosten. Um den Entscheidungsträgern zeitnah und dauerhaft die relevanten Informationen bereitstellen zu können, sollte das Berichtwesen die wertorientierten Steuerungsgrößen umfassen.

Betriebswirtschaftliche Ansätze

Die betriebswirtschaftliche Literatur enthält eine Vielzahl von Ansätzen, mittels derer der Wert eines Unternehmens sowie dessen Steigerung berechnet und gemessen werden können.

Diese Kennzahlenkonzepte wie bspw. der Discounted Cash Flow, der Cash Flow Return on Investment und der Economic Value Added ersetzen die herkömmlichen und bekannten Kennzahlen keineswegs, sondern sie erweitern das Spektrum der Entscheidungs- und Analysehilfen in der Führungsebene des Unternehmens um wertorientierte Ansätze. In der Praxis der wertorientierten Unternehmensführung bzw. -steuerung hat sich bisher insbesondere das Economic-Value-Added-Konzept bewährt.

Economic-Value-Added ist der "zusätzlich erwirtschaftete Mehrwert"

Die deutsche Übersetzung für dieses Konzept ist folgende: Das Konzept ermittelt den „zusätzlich erwirtschafteten Mehrwert" eines Unternehmens. Durch die Berechnung des Economic-Value-Added (nachfolgend EVA genannt) werden somit die Beiträge der Belegschaft sowie der Manager zur Wertsteigerung des Unternehmens ermittelt.

Das EVA-Instrument zeigt an, inwieweit das Unternehmen einen echten Mehrwert erzielen kann. Für folgende Anwendungsbereiche kann dieses Instrument benutzt werden: wertorientierte Unternehmensführung, Unternehmensbewertung oder auch zur Beurteilung der Vorteilhaftigkeit von Projekten/Investitionen.

Wann liegt ein Mehrwert vor?

Der Wert eines Unternehmens wird nur dann gesteigert, wenn das Betriebsergebnis die Zinsen für das Fremd- und Eigenkapital überschreitet. Dies bedeutet, dass die erforderliche Mindestrendite für das eingesetzte Kapital zunächst ermittelt werden muss.

Bilanzielle Berücksichtigung finden lediglich die Fremdkapitalzinsen, nicht jedoch die Eigenkapitalkosten (Mindestrendite für den Eigentümer/Unternehmer). Deshalb muss im EVA-Konzept eine Erweiterung um die Eigenkapitalkosten erfolgen. Traditionelle Rentabilitätskennzahlen reichen deshalb nicht aus, denn diese können keine Aussagen zur Wertsteigerung des Unternehmens treffen.

Wie wird der EVA berechnet?

Der EVA wird aus dem Ergebnis vor Zinsen und nach Steuern, den durchschnittlichen Kapitalkosten für das Fremd- und Eigenkapital und dem betriebsnotwendigen Anlage- sowie Umlaufvermögen abgeleitet. Ist das Resultat der Berechnung positiv, so werden die Renditeanforderungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber übererfüllt und es wird ein Mehrwert (Unternehmenswertsteigerung) geschaffen.

Dies ist von zentraler Bedeutung, denn eine feste Bindung zu den Kapitalgerbern kann nachhaltig nur erreicht werden, wenn auf Dauer eine angemessene Verzinsung auf das bereitgestellte Kapital erzielt wird und für die Kapitalgeber dadurch keine anderen Investitionsalternativen interessant werden.

UNSER PRAXIS-TIPP

Die Anwendung des EVA-Konzepts beschränkt sich nicht nur auf Großunternehmen, sondern kann auch in kleineren Unternehmen – wenn auch in vereinfachter Form – angewendet werden.

[Carmen Kruß]

 

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