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Montag, 07 Oktober 2013 09:49

Bewertung von jungen Unternehmen / Wachstumsunternehmen – Ertragswertverfahren vor Discounted Cashflow-Verfahren

Unternehmensbewertung ist eine Frage des Rechnungswesens. Jeder, der im betriebswirtschaftlichen Rechnungswesen tätig ist, ermittelt Werte. Prof. Stephen Penman von der Columbia Business School vertritt den Standpunkt, dass es keinen intrinsischen Wert eines Unternehmens gibt.

Bei einer Übernahme muss man den Wert nicht wissen. Generell ist es eine problembehaftete Fragestellung, die Kapitalkosten eines Unternehmens zu ermitteln. Damit einhergeht, dass Bewertungsmodelle trügerisch sind. Und zum Schluss muss man sich davor hüten, zu viel für Wachstumsannahmen in einem Unternehmen zu bezahlen.

Situation von Wachstumsunternehmen

Den Rechnungswesen basierten Ansatz der Unternehmensbewertung begründet Prof. Penman mit der Analyse von Wachstumsunternehmen. Regelmäßig fließt Geld bei Wachstumsunternehmen in den Ausbau des Geschäfts. Dementsprechend sind in dieser Phase die Zahlungsströme (Cashflows) negativ.

Sofern mit einem zahlungsstromorientierten Verfahren (Discounted-Cashflow-Verfahren – DCF) ein Unternehmen bewertet wird, kommt aus der nahen Zukunft kein bewertungsrelevanter Zahlungsstrom. Dieser wird erst in der Zukunft durch weiteres Wachstum aufgezeigt und entsprechend ermittelt. Salopp gesagt regiert hier das Prinzip Hoffnung in der Bewertung.

Bewertung mit dem Ertragswertverfahren

Demgegenüber sieht bei Unternehmen in der Wachstumsphase die Ertragslage oft anders aus: Zwar hat das Unternehmen negative Zahlungsströme, allerdings einen positiven Ertrag, der für die Ermittlung des Unternehmenswertes herangezogen werden kann. Prof. Penman vertritt daher den Ertragswertansatz.

Insbesondere in besonderen Situationen wie bei Wachstum und/oder in der Unternehmenssanierung kann dieses Bewertungsverfahren den zahlungsstromorientierten Verfahren überlegen sein.

Für den Erwerber eines Unternehmens bedeutet dies:

Preis ist das, was man bezahlt; Wert ist das, was man bekommt! Das Risiko bei einer Unternehmensübernahme entspricht dem Risiko, einen zu hohen Kaufpreis für das Unternehmen zu bezahlen.

Daher muss man wissen, auf welche Fakten man aufbauen kann. Dies darf nicht mit Spekulation vermischt werden. Die Bewertung muss daher mit dem Wissen von Fakten verankert werden und darf nicht auf Spekulation über Wachstum begründet sein.

Folglich darf man nicht zu viel für Wachstum bezahlen. Aus diesem Grund sollte jeder Käufer eines Wachstumsunternehmens einen gewissen Sicherheitsabschlag im Kaufpreis berücksichtigen.

Tipp der KANZLEI NICKERT

Überlegen Sie sich gründlich, nach welchem Verfahren Sie ein Unternehmen bewerten. Diese Entscheidung kann erst nach einer gründlichen Analyse der Unternehmens erfolgen. Bestehen Sie als Käufer eines Unternehmens auf eine für Sie verständliche Begründung des Bewertungsverfahrens.

Autoreninfo

nico testCornelius Nickert

Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Insolvenz- und Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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