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Donnerstag, 15 August 2013 08:01

Magazin: Industrialisierung 4.0 Auswirkungen auf den Unternehmenswert

Die Industrialisierung hat sich bislang in 3 wesentlichen Schritten vollzogen: Die Dampfmaschine, das elektrische Fließband und die Einführung des Computers. Mit der Industrialisierung 4.0 steht die Industrie vor einem nächsten Paradigmenwechsel: Der Verschmelzung von IT und Produktion. 

Mit der Industrialisierung 4.0 wird sich die klassische Produktionshirachie mit zentraler Steuerung zunehmend hin zu einer dezentralen Selbstorganisation verlagern, in der das entstehende Produkt selbständig mit den Produktionsanlagen kommuniziert und aktiv in den Produktionsprozess eingreift. Der Produktionsprozess wird sich gleichsam selbst steuern und selbst organisieren.

Das wird ermöglicht durch sog. Cyber-Physical-Systems (CPS). Alltagsgegenstände werden durch Programmierbarkeit, Speichervermögen, Sensoren und Kommunikationsfähigkeit intelligent und können über das Internet durch sog. Maschinen-to-Maschinen-Kommunikation eigenständig Informationen austauschen. Die körperliche Welt verschmilzt mit der virtuellen Welt.

Diese Entwicklungen werden die Industrie und die Industrieunternehmen massiv verändern. Die Industrialisierung 4.0 ist kein Hirngespinst. In Deutschland existieren schon erste Anlagen. Es ist jedoch ein langer Weg und wo die Reise endet, ist noch nicht abzusehen.

Nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts wird das auf die Unternehmen folgende Auswirkungen haben:

• Eine Automatisierung ist für immer kleinere Serien möglich.
• Die menschliche und hochqualifizierte Arbeit bleibt weiterhin wichtiger Bestandteil der Produktion.
• Die Flexibilität ist nach wie vor ein Schlüsselfaktor und wird immer wichtiger.
• Die Flexibilität muss in Zukunft zielgerichtet und systematisch organisiert werden.
• Die Produktionsmitarbeiter und Wissensmitarbeiter wachsen zunehmend zusammen.
• Die Anforderungen an die Mitarbeiter und deren Qualifikationen werden noch steigen.

Die Industrialisierung 4.0 bietet gerade innovativen Unternehmen die Chance, in neue Märkte vorzudringen. Die Anforderungen an die Produktionen werden insgesamt steigen. Die Produktion muss die Volatilität der Wirtschaft besser beherrschen. Die Produktion muss flexibler werden. Daher werden sich Strukturen, Prozesse und Produkte verändern. Die Flexibilität der Produktion erhalten heute schon 98,6% der Unternehmen als wichtig/sehr wichtig.

Die Anforderungen an die Unternehmen sind deshalb groß. Chancen, neue Märkte zu erschließen, steht das Risiko für etablierte Unternehmen gegenüber, geschaffene Wettbewerbsvorteile durch über viele Jahre unterziehende erworbenes Wissen schnell zu verlieren.

Experten gehen davon aus, dass sich der Prozess der Industrialisierung 4.0 in den nächsten 20 Jahren vollziehen wird. Das bedeutet nicht, dass sich Unternehmen ausruhen können. Die Umsetzung der Industrialisierung 4.0 wird sich nicht schlagartig, sondern vielmehr in einer Weise der Evolution vollziehen. Die Wirkung ist allerdings im Ergebnis revolutionär.

Welche Folgen hat nun die Industrialisierung 4.0 auf den Unternehmenswert? Der Unternehmenswert spiegelt sich letztlich in der Erwartung wieder, zukünftig mit einem Unternehmen Gewinne zu erwirtschaften. Grundlage hierfür ist zunächst ein gesundes und zukunftsträchtiges Geschäftsmodell. Zeichnen sich auf Grund der Industrialisierung 4.0 nunmehr konkrete Szenarien ab, dass einzelne Geschäftsanteile in Zukunft nicht mehr tragfähig sind, hat dies massive Auswirkungen auf die zukünftig prognostizierten Gewinne und damit letztendlich auch dem Wert des Unternehmens.

Wer die Industrialisierung 4.0 verschläft, wird in Zukunft nicht nur Probleme haben, die erlangten Marktanteile zu halten. Eine auf die neue Entwicklung nicht angepasste Unternehmensstruktur wird darüber hinaus zur Vernichtung von Unternehmenswerten führen. Gerade die Unternehmer, die ein Unternehmen als Altersvorsorge sehen oder einen Verkauf in Betracht ziehen, sollten die Entwicklungen im Blick behalten zum Erhalt des Unternehmens und seines Wertes.

Wer allerdings rechtzeitig auf den fahrenden Zug aufspringt oder sogar die Zugmaschine ist, wird nicht nur die Ertragsaussichten des Unternehmens nachhaltig verbessern, sondern auch den Wert des Unternehmens steigern.

[Matthias Kühne]

 

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