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Mittwoch, 14 August 2013 15:01

Magazin: Bewertung von Bauunternehmen: Das sind die Werttreiber

Entscheidet die Substanz oder doch etwas anderes? Die Komplexität von Unternehmens-bewertungen erkennen Sie daran, dass sich dieses Magazin schwerpunktmäßig mit dem Thema beschäftigt. Im Bereich der Bewertung von Bauunternehmen kommen neben den bereits bekannten Faktoren (vgl. Beitrag BWL auf Seite 11) noch ein paar wesentliche wei-tere Faktoren hinzu. Als Ergebnis einer Expertenbefragung (Quelle: BRZ in Nürnberg) lässt sich festhalten, dass aufgrund der gegebenen Komplexität der Substanzbewertung der Be-wertung von Bauunternehmen eine besonders hohe Bedeutung zukommt.  

Durch die Substanzbewertung werden die vorhandenen Vermögensgegenstände, wie Com-puter, Maschinen, Fahrzeuge, Gebäude, Forderungen etc. einzeln bewertet und als Basis für die Verkaufs-/Kaufpreisermittlung herangezogen. Immaterielle Werte (z. B. Qualitätsma-nagement, Mitarbeiterschulungen, fachkundige, zielgerichtete Auftragsabwicklung) sind dabei ebenfalls zu berücksichtigen, aber erfahrungsgemäß schwer greifbar. Die Untergrenze der Bewertung des Unternehmens bildet der Liquidationswert.

Doch können alle Unternehmen in der Baubranche anhand dieser Vorgehensweise sachge-recht bewertet werden? Unserer Meinung nach nicht. Es gibt Unternehmen, die besser und erfolgreicher positioniert sind als andere in der Branche, obwohl sie vielleicht die gleichen Maschinen, Fahrzeuge und eventuell auch noch ein ähnlich großes und ausgestattetes Fir-mengebäude haben.

Werttreiber bei Bauunternehmen

Doch warum sind sie erfolgreicher? Zurückzuführen ist der Erfolg in den meisten Fällen auf die vorhandenen Stärken in den spezifischen Bereichen bzw. bei den Werttreibern wie z. B.:

•    Prozessmanagement
•    Qualitätssicherung
•    Kundenzufriedenheit
•    Terminsicherheit
•    Budget-/Angebotssicherheit
•    Reklamationsmanagement
•    Innovationskraft

Ein Unternehmen, das die Wertreiber verinnerlicht und dadurch seit Jahren eine stärkere Ertragslage hat, wird aufgrund der erreichten Basis gegenüber den anderen Unternehmen unterbewertet sein. Denn die vorhandenen Wettbewerbsvorteile werden nicht vollumfänglich bzw. überhaupt nicht in der Substanzbewertung berücksichtigt sein.

Marktposition

Ein solches Unternehmen weckt auf dem Markt das Interesse bei vielen Investoren. Denn durch die in den vergangenen Jahren teilweise vorhandenen Überkapazitäten und die Preiskämpfen stehen viele Unternehmen erheblich unter Druck, ihre Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu verbessern. Viele dieser Unternehmen konnten die oben aufgeführten Werttreiber nicht implementieren bzw. in den einzelnen Positionen Verbesserungen errei-chen.

Gute Unternehmen sind gefragt. Deshalb sollte ein Unternehmen, das die oben aufgeführten Werttreiber beherrscht, bei der Bewertung auf die gängigen betriebswirtschaftlichen Be-wertungsverfahren zurückgreifen.

Der Wert von Unternehmen wird nämlich von der Zukunft bestimmt. Denn für das Gewesene gibt der Kaufmann nichts. Vorteile, die der Unternehmer sich erarbeitet hat und die auf der Grundlage der erreichten Basis auch noch weiter ausgebaut werden können, zahlen sich regelmäßig in der Zukunft durch höhere Gewinne und Geldzuflüsse aus. Deshalb muss der Zukunftsbezug beachtet werden. Die Bewertung nach dem Substanzwertverfahren scheidet deshalb aus.

Durch die Fokussierung auf die wesentlichen Werttreiber können neben höheren Unter-nehmensergebnissen von Jahr zu Jahr auch am Ende der Unternehmertätigkeit Vorteile gesichert  werden.

Die unterschiedlichen Ergebnisse, die im Rahmen der verschiedenen Bewertungsverfahren erzielt werden, sind nicht zu unterschätzen. Bei vielen Bauunternehmern wird wie bei Unter-nehmern anderer Branchen auch das eigene Unternehmen als Altersvorsorge gesehen. Durch die vorhandenen Wettbewerbsvorteile kann die Höhe des Unternehmenswerts und damit der Verhandlungspreis für Verkaufsgespräche weit über den Werten der vorhandenen Substanz katapultiert werden.

Autoreninfo

lifr-testFrank Lienhard

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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