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Montag, 11 März 2013 09:14

Steigern Sie Ihre Arbeitgeberattraktivität: Jobtickets für Arbeitnehmer

Mit dem Jobticket können viele Unternehmen bei ihren Mitarbeitern punkten. Doch wie sieht es lohnsteuer- und sozialversicherungsrechtlich mit dem Erhalt eines Jobtickets aus? Was müssen Arbeitgeber beachten, um für ihre Angestellten das bestmögliche herauszuholen?

Zuerst einmal gibt es eine Unterscheidung dadurch, ob der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine kostenlose oder verbilligte Fahrkarte überlässt (Job-Ticket) oder dem Arbeitnehmer aufgrund eines von ihm mit dem Verkehrsträger geschlossene Rahmenabkommens einen Preisvorteil (Rabatt) auf das Job-Ticket verschafft.

Stellt der Arbeitgeber die Job-Tickets kostenlos oder verbilligt zur Verfügung, so entsteht ein geldwerter Vorteil, welcher zu versteuern und in der Sozialversicherung zu verbeitragen ist. Der Arbeitnehmer kann aber die versteuerten Ersatzleistungen als Werbungskosten geltend machen.

Die auf den geldwerten Vorteil anfallende Lohnsteuer kann vom Arbeitgeber aber auch mit 15% pauschal besteuert werden. Hierbei tritt für den Arbeitnehmer der Vorteil der Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung ein. Bei den Möglichkeiten für die pauschale Besteuerung helfen wir Ihnen gerne weiter.

Bei einer verbilligten Überlassung des Job-Tickets stellt sich überhaupt erst einmal die Frage, ob überhaupt ein geldwerter Vorteil entsteht, wenn der Arbeitgeber das Job-Ticket zu dem ermäßigten Preis an seinen Arbeitnehmer weiterverkauft. Dies ist nicht der Fall. Somit liegt sowohl Lohnsteuerfreiheit als auch Sozialversicherungsfreiheit vor.

Hierzu ein Beispiel:

Ein Unternehmen kauft 50 Jahresnetzkarten für den Raum Offenburg zum Sondertarif. Anstelle des Normalpreises von z. B. 850 € kostet die ermäßigte Jahresnetzkarte nur 750 €. Der Arbeitgeber zahlt also (750 € × 50 =) 37 500 € an den Verkehrs-Verbund. Überlässt der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern die Jahresnetzkarte für den selben Preis in Höhe von 750 €, so ist die Ermäßigung gegenüber dem normalen Fahrausweis in Höhe von 100 € kein steuer- und beitragspflichtiger geldwerter Vorteil.

Achtung: Anders sieht es aus wenn der Arbeitgeber die Fahrkarte für weniger wie 750 € an den Arbeitnehmer verkauft. Somit würde wieder ein steuer- und beitragspflichtiger geldwerter Vorteil entstehen.

Aufzupassen ist ebenso, wenn zwar der Arbeitgeber mit dem Verkehrs-Verbund einen ermäßigten Preis verhandelt hat (z. B. 750 € statt 850 €), der Arbeitnehmer jedoch die Fahrkarte direkt beim Verkehrs-Verbund zu dem vergünstigten Preis von 750 € erwirbt. Hier würde wieder ein steuer- und beitragspflichtiger geldwerter Vorteil vorliegen.

Zum Thema Geldwerter Vorteil bei einem Job-Ticket gab es zuletzt auch eine aktuelle Rechtsprechung. Hier klagte ein Arbeitgeber der seinen Arbeitnehmer ebenso ein Rabatt beim Erwerb des Job-Tickets einräumte. Die Arbeitnehmer erworben das Job-Ticket durch eine kleine Aufzahlung direkt beim Verkehrs-Verbund. Hier sah die Rechtsprechung ein geldwerter Vorteil über 44 € monatlich vorliegen, so dass es diesen zu versteuern galt.

Falls Sie erwägen, Ihren Arbeitnehmern eine Zuwendung in Form eines Job-Tickets zu gewähren, ist vorher die Überlegung zu tätigen, in welchem Umfang dieses bereit zu stellen ist, um meinem Arbeitnehmer den größtmöglichen Nutzen zu stiften.
Sprechen Sie uns vorher dazu an. Gerne helfen wir Ihnen weiter!    

Weitere Informationen zum Job-Ticket erhalten Sie auch auf der Homepage der Deutschen Bahn.

[Johanna Helmer]

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

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