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Dienstag, 04 Dezember 2012 09:31

Magazin: Unternehmenskauf und Finanzierung

Unternehmenszukäufe/-verkäufe sind auch im Segment der kleinen und mittelständischen Unternehmen keine Seltenheit. Transaktionen in diesem Bereich werden jedoch von der Öffentlichkeit oft nicht wahrgenommen, da die Unternehmen wegen ihrer Größe und ihrer Produktpalette im Alltag nicht im Fokus stehen. Die Sicherstellung der Finanzierung von Unternehmenskäufen gehört im Rahmen der stattfindenden Verkaufsprozesse zu den häufigsten Gründen, warum ein Verkauf letztlich scheitert.

Die Gründe für einen Unternehmenskauf können vielseitig sein. Neben dem Einstieg in die Unternehmerwelt über den Kauf eines Unternehmens können auch bereits aktive Unternehmer auf „Einkaufstour“ sein.

Für die Interessenten beginnt mit der Analyse eines in Frage kommenden Unternehmens ein intensiver Prozess. Nach ersten erfolgreichen Gesprächen erfolgt i.d.R. eine Detailanalyse des Kaufobjekts. Unter anderem wird die wirtschaftliche, steuerliche, rechtliche und die produktpolitische Situation analysiert.

Dies geschieht i.d.R. durch eine Due Diligence (= sorgfältige Überprüfung). Der mögliche Käufer versucht dadurch, ein Bild vom Unternehmen zu bekommen. Woher kam es – wo steht es heute – und wo ist es mit allen vorhandenen Vermögenspositionen (ob sichtbar oder nicht, ob bilanzierungsfähig oder nicht) morgen positioniert.

Wegen der mit der Zukunft einhergehenden Unsicherheit kann es bei der Beurteilung von Unternehmenswerten regelmäßig zu unterschiedlichen Einschätzungen auf Käufer- und Verkäuferseite kommen. Wenn sich die beiden Parteien jedoch auf einen Preis verständigt haben, rückt für den Käufer die Frage der Finanzierungsmöglichkeiten in den Vordergrund.

Eine Möglichkeit hierfür ist die Finanzierung durch traditionelle und weitverbreitete Bankdarlehen. Eine Alternative zur klassischen Fremdkapitalfinanzierung ist ein sog. Finanzierungsmix. Der Finanzierungsmix kann sich z. B. aus Eigenmitteln, Förderdarlehen, Bürgschaften und/oder Beteiligungskapital zusammensetzen.

In den letzten 3 Punkten sind auch öffentliche Institute, wie z. B. die KfW oder die L-Bank vertreten. Die Einbeziehung solcher Institutionen kann jedoch nicht direkt erfolgen, sondern nur über die Hausbank. Eine ordentliche Vorbereitung vor der Kontaktaufnahme mit der Bank u.a. mit einem vollumfänglichen Businessplan empfiehlt sich. Dadurch wird Professionalität gezeigt. Außerdem führt eine gute Vorbereitung i.d.R. zu einem Zeitgewinn.

Durch die Bankenkrise und die damit einhergehenden stärkeren Vorschriften prüfen die Banken heutzutage Vorhaben noch genauer und können oftmals nicht mehr so stark ins Risiko gehen. Die Möglichkeit zur Finanzierung eines für durchführbar gehaltenen Vorhabens sollte daran jedoch nicht scheitern. Ein Finanzierungsmix, wie oben aufgeführt, könnte dabei helfen, auch die Bank vom Risiko teilweise zu befreien.

Um der Unsicherheit der Zukunft Rechnung zu tragen kann mit dem Verkäufer auch eine sog. „Earn-Out-Klausel“ im Unternehmenskaufvertrag vereinbart werden. Dadurch wird der Kaufpreis in 2 Faktoren, den Basispreis und einen Zusatzpreis, aufgeteilt werden. Der Basispreis ist dabei sofort fällig und der Zusatzpreis ist an gewisse Erfolgs-/Messgrößen gekoppelt.

Die Finanzierung stellt im Rahmen eines Unternehmenskaufs eine komplexe und entscheidende Teilkomponente dar. Durch eine frühzeitige Vorbereitung, ein überzeugendes Konzept und über die Verfügung/Befassung mit mehreren Optionen kann eine gute Basis geschaffen werden, um für alle Teilnehmer das Risiko überschaubar zu halten.

„Ein Finanzierungsmix erleichtert in der Regel den Unternehmenskauf.“

 

Autoreninfo

Sebastian BroßSebastian Broß

Steuerberater, Diplom-Betriebswirt (FH), *CVA (Certified Valuation Analyst), IACVA, Teamleiter BWL

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