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Freitag, 12 Oktober 2012 08:32

IDW (FAUB) empfiehlt höhere Kapitalisierungszinssätze bei der Unternehmensbewertung

Das IDW hat sich aktuell zu der Frage der Kapitalisierungszinsen im Rahmen der Unternehmensbewertung geäußert. In den Fachnachrichten 2012 Nr. 10 Seite 568 f skizziert das IDW die aufgrund der Finanzmarktkrise zu berücksichtigenden Änderungen der Kapitalisierungszinssätze.

Unternehmensbewertungen messen den Zukunftserfolg. Die zu erwartenden Überschüsse werden mit einem Kapitalisierungszinssatz abgezinst. Zur Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes stützt sich die überwiegende Praxis auf das Capital Asset Pricing Model (CAPM). Danach wird der Kapitalisierungszinssatz in 3 Komponenten zerlegt: In einen Basiszinssatz, der einer quasi risikofreien lang laufenden Anleihe entspricht. In einen Risikozuschlag, der sich aus der Marktrisikoprämie ergibt, und in einen sogenannten Beta-Faktor.

Aufgrund der Situation auf den Finanzmärkten ist festzustellen, dass die in der Vergangenheit gemessenen historischen Marktrisikoprämien aktuell nicht mehr ausreichen, um das allgemeine dem Markt innewohnende sogenannte systematische Risiko abzubilden. Folglich ist die Marktrisikoprämie wie folgt anzupassen:

  • bei einer Betrachtung vor persönlichen Steuern: 5,5% - 7%,
  • bei einer Betrachtung nach persönlichen Steuern: 5% - 6%.


Demgegenüber bestimmt das Bewertungsgesetz für das sogenannte vereinfachte Ertragswertverfahren für steuerliche Anlässe einen Marktrisikozuschlag von nur 4,5%, was damit zu Überbewertungen und einer zu hohen Steuerbelastung führt.

TIPP der KANZLEI NICKERT:

Aufgrund der Gegebenheiten auf dem Finanzmarkt ist bei steuerlich begründeten Bewertungsanlässen regelmäßig zu überprüfen, ob ein unter betriebswirtschaftlichen Grundsätzen erstelltes Bewertungsgutachten zu einem niedrigeren Wert und damit zu einer geringeren Besteuerung führt.

Vgl. hierzu auch den Beitrag: Unternehmensbewertung nach dem BewG vs. objektiver Unternehmenswert gem. IDW S 1.

Autoreninfo

nico testCornelius Nickert

Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Insolvenz- und Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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