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Freitag, 27 Juli 2012 16:51

Magazin: Risikoorientierte Baustellenkalkulation

Ziele des strategischen/operativen Risikomanagements

Bauunternehmen übernehmen im Rahmen der Projektrealisation nicht selten eine Vielzahl von Risiken, die nicht angemessen vergütet werden und sogar den Bestand des Unternehmens gefährden können. Für die erfolgreiche und strategische Führung des Unternehmens sind damit die Kostenkalkulation und die Absicherung der möglichen Risiken der jeweiligen Bauprojekte unabdingbar geworden. Nur so lässt sich die Gefahr eines finanziellen Verlustes verringern.

Risikomanagement vor Bauausführung

Der Anfang jeder Projektbearbeitung im Bauunternehmen ist die Kalkulation. Unter dem Gesichtspunkt des Risikomanagements muss neben der Kostenermittlung des potentiellen Auftrags aber zwingend auch die Bewertung der im Bauprojekt enthaltenen Risikokosten berücksichtigt werden.


Aber welche einzelne Gefahren stecken in dem neuen Projekt und wie können sie das eigene Unternehmen bedrohen? Durch die strukturierte Analyse kann das Projekt einer Risikoidentifikation zugeführt werden. Hierbei wird der potentielle Auftrag zunächst z. B. auf K.-o.-Kriterien überprüft. Dies kann etwa eine schlechte Bonität des Auftraggebers, eine problematisch kurze Bearbeitungszeit für das Erstellen des Leistungsverzeichnisses oder komplexe Bauverträge sein.


Die Haupt- und Einzelrisiken müssen unternehmensindividuell definiert und der Auftrag anhand der festgelegten Klassifizierung eingestuft werden. Im Weiteren werden die Wechselwirkungen verschiedener auf das Bauprojekt wirkender Risiken durch eine Simulationsrechnung zu einem Gesamtrisikoumfang zusammengefasst.


Es steht also fest, welche Kosten mit welchen Wahrscheinlichkeiten nicht über- oder unterschritten werden. Strategische Aufgabe ist es nun, anhand der transparenten Informationen eine unternehmerisch sinnvolle Entscheidung über die Abgabe eines Angebots bzw. den Abschluss eines Bauvertrags treffen zu können.


Risikomanagement während und nach der Bauausführung

Ist ein Bauprojekt in der Ausführung, ist es äußerst schwierig, bereits „übernommene Risiken“ abzuwenden. Während der Bauausführung geht es darum, die voraussichtlichen Kosten zum Bauende im Blick zu haben und mögliche Risiken zu vermeiden bzw. zu begrenzen.
Hierbei sind neben den IST-Kosten und den voraussichtlichen Produktionskosten auch die für den noch zu realisierenden Teil des Projekts bestehenden Risikokosten von Bedeutung. Nur unter Einbeziehung auch dieser Risikokosten ist eine realistische Aussage zum Projektende möglich. Zu diesem Zweck muss eine Aktualisierung der identifizierten Risiken und eine Neubewertung der vorhandenen Risiken vorgenommen werden. Auch in diesem Stadium wird über eine Simulationsrechnung das Kostenrisiko fortgeschrieben.


Ohne einen systematischen Abschluss des Bauprojekts mit entsprechender Analyse der gewonnenen Erfahrungen gelingt es nicht, die unternehmerische Risikosteuerung zu erweitern. Insbesondere der lange Zeitraum der Gewährleistung verpflichtet dazu, durch letztmalige Fortschreibung der Risikobewertung die „verweilenden“ Risiken in der Gewährleistungsphase offen zu legen.


Die risikoorientierte Baustellenkalkulation wird z. B. durch eine integrierte Softwarelösung des Deutschen Baurechenzentrum (www.brz.de) ermöglicht. Wird diese Investition gescheut, sollte auf jeden Fall eine Kostenkalkulation vorgenommen werden, um eine betriebswirtschaftliche Grundlage für den Unternehmenserfolg zu schaffen.

 
Lesen Sie hierzu auch folgende Blogbeiträge:

Ziele des Risikomanagements ist das Erkennen, Bewerten und Behandeln von Risiken, damit die richtigen Bauprojekte ausgewählt werden und damit die Unternehmensexistenz gesichert wird.

Autoreninfo

lifr-testFrank Lienhard

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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