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Montag, 16 April 2012 15:14

Liefert der Kapitalmarkt für das CAPM (Capital Asset Pricing Model) überhaupt noch zuverlässige Daten?

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Das Handelsblatt hat in einem Beitrag vom 11.12.2011 auf die „Invasion der Robo-Trader“ hingewiesen. Beim Robo Trading (HFT – High Frequency Trading) erfolgen Wertpapierkäufe und Wertpapierverkäufe computergesteuert in Bruchteilen von Sekunden.

D. h. die eigentliche Kaufentscheidung ist nur noch mittelbar auf die Handlung eines Marktteilnehmers zurückzuführen, nämlich auf denjenigen, der das Computerprogramm geschrieben hat. Und auch diese Handlung kann bereits einige Zeit zurückliegen, ist also gerade keine aktuelle Markthandlung.

In einem weiteren Handelsblattartikel vom 21.10.2011 über das Image von Bankern wurde dargestellt, dass die Finanzwirtschaft im Wesentlichen durch „ganze Scharen von Ingenieuren, Mathematikern und Physikern“ geprägt wird. Auch wurde dargestellt, dass das Welt-BIP bei 63 Billionen Dollar liegt. Demgegenüber beträgt der Umsatz mit Aktien und Bonds 87 Billionen Dollar, der Devisenmarktumsatz sogar 955 Billionen Dollar.

In der Unternehmensbewertung werden Unternehmenswerte aus Erträgen (Ertragswertverfahren), finanziellen Überschüssen (DCF Discounted Cashflow Verfahren) oder Multiplikatoren (Multiples) berechnet. Bei allen 3 Verfahrensarten werden zur Berechnung des Kapitalisierungszinssatzes oder zur Berechnung der Multiplikatoren Kapitalmarktdaten herangezogen. Im gebräuchlichsten Verfahren, dem CAPM (Capital Asset Pricing Model) wird die für die Unternehmensbewertung so wichtige Marktrisikoprämie als eine Komponente berechnet. Auch der Beta Faktor, mit dem der Unterschiedsbetrag einer einzelnen Aktie im Vergleich zu einem Referenzwert gemessen wird, wird aus Kapitalmarktdaten abgeleitet. Beide Werte setzen in ihrem theoretischen Modell einen funktionierenden Mart voraus. D. h. die Werte werden durch eine Marktbestätigung erzeugt.

Wenn nun gerade diese Kapitalmarktschwankungen maßgeblich durch „Computerprogramme“ beeinflusst werden, werden damit auch die Unternehmenswerte maßgeblich durch Computerprogramme beeinflusst. Damit stellt sich die Frage, ob für die Ableitung der Rechenwerte noch von „marktbestätigten“ und damit relevanten Werten ausgegangen werden kann oder ob die kapitalmarktorientierte Unternehmensbewertung neu geschrieben werden muss.

Autoreninfo

nico-testCornelius Nickert

Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Insolvenz- und Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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