Kanzlei Nickert //images.kanzleinickert.de/nickert-logo-fb.jpg KANZLEI NICKERT | Rechtsanwälte und Steuerberater, Offenburg, kompetent in Rechts-, Steuerberatung, Finanz-, Lohnbuchhaltung, spezialisiert auf Branchen Bau, Handel und Industrie. info@kanzlei-nickert.de
Rammersweierstraße 120 77654 Offenburg

kanzlei nickert logo

header berater 175

Donnerstag, 28 April 2016 15:25

Konsequenzen bei verspäteter Aufstellung des Jahresabschlusses für den Unternehmer und für den Steuerberater

Unter „Beratung für Berater“ finden Sie unser Beratungsangebot speziell für Steuerberater.

Im Blog-Beitrag Verkürzte Frist zur Jahresabschlussaufstellung bei Krisen-Unternehmen vom 22.4.2016 ist die Rechtsprechung des BGH wiedergegeben, wonach in der Unternehmenskrise verkürzte Aufstellungsfristen für den Jahresabschluss gelten.

Verletzt der Unternehmer die Verpflichtung zur rechtzeitigen Aufstellung des Jahresabschlusses und wird über das Vermögen der Gesellschaft später das Insolvenzverfahren eröffnet oder mangels Masse abgewiesen, macht sich der Unternehmer bzw. der Geschäftsführer des Bankrotts nach § 283 StGB strafbar.

Dies hat zum einen zur Konsequenz, dass der Geschäftsführer für das Geschäftsführeramt über einen Zeitraum von 5 Jahren gesperrt ist und diese Funktion nicht mehr ausüben kann (§ 6 Abs. 2 GmbHG).

Für den Fall, dass der Geschäftsführer selbst wegen möglicher Haftungstatbestände oder aufgrund gewährter Sicherheiten Insolvenz beantragen muss, führt die rechtskräftige Verurteilung wegen eines Bankrott-Straftatbestands darüber hinaus zwingend zur Versagung der Restschuldbefreiung gemäß § 290 Abs. 1, Nr. 1 InsO.

Dies hat zur Folge, dass sich die betreffende Person nicht über ein Insolvenzverfahren entschulden kann. Für den Fall der Versagung der Restschuldbefreiung verbleiben der Person die Verbindlichkeiten bis zum Ablauf der absoluten Verjährungsfrist von 30 Jahren. Nach Abschluss des Insolvenzverfahrens haben die Gläubiger weiterhin die Möglichkeit, ihre Forderungen zu vollstrecken.

In Krisensituationen besteht auch für den Steuerberater selbst ein enormes Haftungs- und Strafbarkeitsrisiko. Gemäß § 14 StGB kann der Steuerberater selbst, anstelle des Geschäftsführers, zum Täter eines Bankrottstraftatbestands werden – mit allen daraus resultierenden Konsequenzen.

Dies ist dann der Fall, wenn dem Steuerberater bereits ein Auftrag zur Erstellung eines Jahresabschlusses erteilt wurde und dieser den Auftrag vorbehaltlos angenommen hat. Ist dies erfolgt und tritt die oben beschriebene Situation ein, macht sich nicht der Geschäftsführer, sondern vielmehr der Steuerberater des Bankrotts strafbar.

Handlungsempfehlungen zur Vermeidung der Strafbarkeit

Wollen Sie als Berater eine Strafbarkeit vermeiden, so empfiehlt es sich, den Mandanten darauf hinzuweisen, dass der Auftrag nur dann angenommen wird, wenn die ebenso übermittelte Vorschusskostenrechnung bezahlt und sämtliche für die Auftragsbearbeitung erforderlichen Unterlagen eingereicht sind. Die Erteilung des Auftrags wird unter diese Bedingungen gestellt.

Der Steuerberater kommt damit so lange nicht in die Strafbarkeitsproblematik, bis die mitgeteilten Bedingungen für die Auftragserteilung erfüllt sind. Hat der Mandant schließlich die Vorschusskostennote bezahlt und sämtliche Unterlagen eingereicht, geht das Strafbarkeitsrisiko auf den Steuerberater über. In diesem Fall ist dieser zur Vermeidung der eigenen Strafbarkeit verpflichtet, den Jahresabschluss innerhalb der von BGH gesetzten Fristen aufzustellen.

Weitere Blog-Beiträge der KANZLEI NICKERT zum Thema

Verkürzte Frist zur Jahresabschlussaufstellung bei Krisen-Unternehmen

Aufstellungsfristen nach dem HGB

Aufstellungsfristen für Jahresabschlüsse

[Autor: Matthias Kühne]

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

Alle Angaben sind sorgfältig geprüft. Durch Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verordnungen sowie Zeitablauf ergeben sich zwangsläufig Änderungen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts keine Haftung übernehmen.

 

Die von uns verwendeten Cookies sollen sicherstellen, dass Sie unsere Website optimal genießen können.
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Nutzung dieser Cookies einverstanden. Weitere Informationen zum Datenschutz